Generalversammlung der Raiffeisenbank Offingen

Der Fusion steht nichts im Weg

Die Mitglieder der Raiffeisenbank Offingen geben ihre Zustimmung für eine Verschmelzung mit dem Aschberger Geldinstitut. Denn weiter eigenständig zu arbeiten wäre aus diversen Gründen schwierig

Es steht die Fusion der Raiffeisenbanken Offingen und Aschberg an. Zufriedene Gesichter gab es bei den Vorständen und den Aufsichtsratsmitgliedern bei der Generalversammlung am Mittwoch. Im Bild von links: Matthias Vogel (Zweiter Vorstand Aschberg), Thomas Wörz, Xaver Schretzenmaier (Zweiter Vorstand Offingen), Paul Seitz (Vorstand Offingen), Aufsichtsratsvorsitzender Josef Ritter, Josef Negele (Vorstand Aschberg), Sieglinde Wagner-Berndl und Herbert Mader.

Einer Fusion der Raiffeisenbank Offingen mit ihrer größeren Schwester, der Raiffeisenbank Aschberg mit Sitz in Holzheim, dürfte nichts mehr entgegenstehen. Zumindest von Offinger Seite. Bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank Offingen im Kulturzentrum Gundremmingen stimmten 95 Stimmberechtigte dem Entwurf des Verschmelzungsvertrages und damit der Verschmelzung an sich zu, einer war dagegen. Dem vorangegangen war neben der Genehmigung des Jahresabschlusses und der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der einstimmige Beschluss zur Verwendung des Jahresüberschusses: drei Prozent Dividende zum gezeichneten Kapital (20000 Euro), 20000 Euro gesetzliche Rücklage sowie 23000 Euro Ergebnisrücklage.

Diskutiert wurde über eine Fusion schon seit Längerem. In den vergangenen Monaten hätten sich beide Banken intensiv damit beschäftigt, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Josef Ritter. Das anhaltend niedrige Zinsniveau, aber auch die steigenden Kosten machten der Raiffeisenbank Offingen zu schaffen. Vorstand Paul Seitz verwies neben dem Niedrigzinsumfeld weiter auf die Regulierungen durch den Staat mit Gesetzen und Vorgaben – ein Mehraufwand, der nicht unbedingt zu Verbesserungen beitrage. Mit 983 Mitgliedern bei einem betreuten Kundenvolumen und einer Bilanzsumme von rund 54 Millionen Euro zum 31. Dezember 2015 sei das Betriebsergebnis gegenüber den Vorjahren stark gefallen. Gründe dafür seien auch der geringere Anteil des Kundenkreditgeschäftes sowie die tendenziell höheren Kosten als kleinere Bank. Nichtsdestotrotz konnten 2015 an Vereine und soziale Einrichtungen rund 7400 Euro an Spenden übergeben werden. Nach der Ankündigung im vergangenen Jahr habe man eine positive Grundhaltung der Mitglieder gegenüber einer Fusion feststellen können. Eine nachhaltige Verbesserung sei ohne eine solche nicht möglich, hieß es seitens des Bayerischen Genossenschaftsverbandes. Das Dienstleistungsgeschäft sei weit unter dem Durchschnitt und die Ertragslage nicht mehr ausreichend. Mit nur zwölf Mitarbeitern tue man sich schwer und sei als kleine genossenschaftliche Bank an die Grenzen gestoßen, betonte Vorstand Paul Seitz. Dennoch: „Wir wollen für Sie da sein, in räumlicher Nähe und persönlichem Kontakt.“ Ziel sei ein verbessertes Leistungsangebot, die Arbeitsplätze der Raiffeisenbank Offingen sollen erhalten bleiben. Auch Josef Negele, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Aschberg, betonte die gemeinsamen Chancen zweier eigenkapitalstarker Banken bei einer Fusion: „Wir ticken gleich und haben die gleichen Kunden.“ Ein Wachstum gestalte sich für die Bank in der Nachbarschaft schwierig. Mit 65 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 226 Millionen Euro ist sie allerdings mehr als viermal so groß wie die Raiffeisenbank Offingen. Weiter betreibt sie auch noch ein Warengeschäft mit einem Umsatz von 15,2 Millionen Euro.

Die Fusion soll nicht nur zu einem verbesserten Leistungsangebot beitragen, Ziel sei weiter, die Ertragslage auszubauen, Synergieeffekte zu nutzen und Kostensteigerungen durch zunehmende Regulierungen abzufedern. Bei der Raiffeisenbank Aschberg wird über die Fusion bei der Generalversammlung am 28. April abgestimmt. Die technische Fusion soll am 16. Juli erfolgen. Der Vorstand wird sich mit Josef Negele als Vorsitzenden und Matthias Vogel aus zwei Mitgliedern zusammensetzen. Paul Seitz und Werner Wahl werden als Prokuristen der erweiterten Geschäftsführung angehören. Der Aufsichtsrat wird aus acht Mitgliedern, sechs aus der Raiffeisenbank Aschberg und zwei aus Offingen, bestehen. Der Name wird mit Raiffeisenbank Aschberg eG mit Sitz in Holzheim weitergeführt. Das sei eine zukunftsweisende Entscheidung, wie Josef Ritter betonte. Altersbedingt wurde er am Dienstag als Aufsichtsratsvorsitzender verabschiedet. Kompetent und mit Ruhe habe er alles mitgetragen, würdigte Vorstand Paul Seitz sein Wirken.