„Der ideale Partner“ für die Bankenehe

Die Raiffeisenbank Offingen will mit der Raiffeisenbank Aschberg fusionieren. Die Vorstände erklären, warum das alles für sie passt.

Sie sind vom Sinn der Fusion der Raiffeisenbanken Aschberg und Offingen überzeugt: (von links) die Vorstände Xaver Schretzenmaier, Paul Seitz (beide Offingen), Josef Negele und Matthias Vogel (beide Aschberg).

Die Pläne für die angekündigte Bankenehe sind konkret. Rückwirkend zum 1. Januar 2016 wollen die Raiffeisenbank Aschberg und die Raiffeisenbank Offingen fusionieren. Eine große Hürde gibt es noch: 75 Prozent der Mitglieder der beiden Geldinstitute müssen der genossenschaftlichen Bankenehe den Segen geben. Daran sind in der Vergangenheit auch in der Region schon mehrfach Fusionen gescheitert. Dass dies bei den Mitgliederversammlungen der Raiffeisenbanken Offingen (12. April, 19 Uhr, Kulturzentrum Gundremmingen) und Aschberg (28. April, 19 Uhr, Vereinszentrum Holzheim) passieren könnte, glaubt keiner der vier beteiligten Vorstände. „Die Raiffeisenbank Aschberg ist für uns der ideale Partner“, sagt am Freitag der Offinger Vorstandsvorsitzende Paul Seitz bei einem Pressegespräch. Viele Kunden seien davon ausgegangen, dass die Bankenehe bereits vollzogen sei. Und der Vorstandschef der Raiffeisenbank Aschberg, Josef Negele, betont: „Wir sind ja schon Nachbarn.“

Anfangs hatte Seitz in einer Mitgliederversammlung angekündigt, dass die Offinger auch mit der VR-Bank Donau-Mindel, die sich im Raum Dillingen-Günzburg-Burgau zusammengetan hat, sprechen werden. Schnell hat die Raiffeisenbank der Mindelgemeinde aber die Raiffeisenbank Aschberg als den geeigneten Partner entdeckt. Seit einem Jahr laufen die Gespräche, die Formalitäten sind geklärt.

Die Raiffeisenbank Aschberg mit Sitz in Holzheim wird die Raiffeisenbank Offingen übernehmen. Am 16. Juli soll, sofern die Mitglieder mit Dreiviertel-Mehrheit zustimmen, die technische Fusion vollzogen. Die Raiffeisenbank Aschberg – der Name bleibt gleich – wird dann ein Bilanzvolumen von 280 Millionen Euro ausweisen. In zehn Geschäftsstellen werden 77 Mitarbeiter beschäftigt sein, erläutern die Vorstände Josef Negele, Matthias Vogel (beide Aschberg), Paul Seitz und Xaver Schretzenmaier (Offingen).

Es werden mehrere Vorteile erwartet

Die Banker erwarten sich durch die Fusion mehrere Vorteile. Die anhaltende Niedrigzinsphase hat Geldinstitute arg in die Bredouille gebracht. Weil die Zinsspanne zwischen Einlagen und Krediten ziemlich gering geworden ist, sind die Gewinne der Banken geschrumpft. Hinzu komme eine „ausufernde Regulatorik“, klagen die Bankvorstände. Seitz nennt das Beispiel, dass Meldeformulare in Englisch verfasst seien. Solche Aufgaben könnten gemeinsam effektiver erledigt werden. Synergieeffekte sollen sich auch beim Controlling und beim Rechnungswesen ergeben.

Die Raiffeisenbank Aschberg, so Vogel, betreibt in Holzheim ein landwirtschaftliches Warenlager und wird jetzt für etwa 800000 Euro vier weitere Silos bauen. Kunden der Offinger Bank hätten deshalb auch schon Kontakte zum Holzheimer Unternehmen geknüpft. In der Verwaltungsgemeinschaft Haldenwang sind beide Raiffeisenbanken jetzt schon mit Filialen vertreten. Die Raiffeisenbank Aschberg hat in Winterbach eine Geschäftsstelle, die Offinger haben in Dürrlauingen und Mindelaltheim Filialen.

Der Nutzen für die künftig knapp 13000 Kunden sei groß, denn die Mitarbeiter könnten sich weiter spezialisieren und so noch kompetenter beraten. Auch in Offingen werde für sämtliche Kundengruppen eine vollumfängliche Beratung möglich sein, heißt es.

Negele versichert, dass die Stellen der 77 Beschäftigten sicher seien. Auch am Filialnetz werde gegenwärtig nicht gerüttelt – abgesehen von Gundremmingen. Diese gemeinsam mit der Sparkasse betriebene Geschäftsstelle schließt am kommenden Montag. Es bleibt nur ein Geldautomat. „Klein, aber persönlich“, so lautet das Motto der Raiffeisenbank Aschberg. Die Nähe zu den Kunden sei die Basis für den Geschäftserfolg, sagt Vorstandsvorsitzender Negele. Einschnitte wird die Fusion für Paul Seitz und Xaver Schretzenmaier. Sie werden weiter im Unternehmen mitarbeiten, aber ihre Vorstandsposten aufgeben. Vier Vorstände, sagt Seitz, seien aus wirtschaftlichen Gründen nicht darstellbar. Und das Wohl der Genossenschaftsbank und deren Mitglieder sei wichtiger als ein persönliches Interesse.